Mit diesem Thema habe ich mich in meinem Blog
„Kolbs Freibeuterbriefe“ in
sechs Blogposts auseinandergesetzt, zum ersten Mal 2016 (siehe die am Schluss
angeführte Liste). Besonders im Post „Alles Faschismus – oder was?“ beschreibe
ich die Unterschiede zwischen dem historischen Faschismus und dem aktuellen „invertierten“
(Sheldon Wolin) oder neoliberalen Totalitarismus. Für mich ist diese
Unterscheidung wichtig, weil man gegen einen Faschismus nach historischem
Vorbild strategisch anders agieren muß als gegen den neoliberalen
Totalitarismus. Wichtig ist diese Unterscheidung auch, weil in den Köpfen der
unpolitischen Bevölkerungsmehrheit der Begriff „Faschismus“ automatisch
Assoziationen hervorruft, die von den Herrschenden durch jahrzehntelange
Indoktrination eingeübt wurden, mit der aktuellen Wirklichkeit aber nichts zu
tun haben. Deshalb betone ich in diesem Blogpost die Unterscheidung noch
einmal.
Der Nationalsozialismus (Faschismus) war
ein Mobilisierungsregime (Massenbewegung),
mit einer totalitären, rassistischen
Volksgemeinschafts-Ideologie, die auch außerhalb der Politik keine Abweichung zu
lies,
mit einer starken, charismatischen
Führungspersönlichkeit an der Spitze der nach militärischen Ordnungsprinzipien operierenden
faschistischen Einheitspartei.
Im faschistischen Staat gab es keine Wahlen,
nur von oben organisierte Akklamationen. Das berühmteste Beispiel für eine
solche Akklamation war die von Goebbels in seiner „Sportpalastrede“ 1943 an die
Versammlung gerichtete Frage: „Wollt ihr den totalen Krieg?“.
Es gibt keine anderen Parteien und keine
anderweitig organisierte Opposition.
Die faschistische Herrschaft wurde durch
Gewalt, Terror und Mord gegen "Volksfeinde" durchgesetzt. Dafür
wurden im Nationalsozialismus Konzentrationslager eingerichtet.
Es gab eine permanente strukturelle Kopplung von
Staat und Wirtschaft, die vom faschistischen Staat dominiert wurde.
In seinem Beitrag im Freidenkerheft Nr. 2
über Faschismus zitiert Helmut Selinger Clara Zetkin: „Nur wenn wir
verstehen, dass der Faschismus eine zündende, mitreißende Wirkung auf breite
soziale Massen ausübt (Hervorhebung vom Blogger), die die frühere
Existenzsicherung und damit häufig den Glauben an die Ordnung von heute schon
verloren haben, werden wir ihn bekämpfen können.“ Diese „zündende, mitreißende
Wirkung“ braucht der neoliberale Totalitarismus nicht:
Der invertierte oder neoliberale
Totalitarismus setzt auf eine weitreichende
Entpolitisierung der Bevölkerung und auf den Einsatz weicher, kaum
wahrnehmbarer Unterdrückungsmechanismen (kognitive Kriegsführung).
Die entpolitisierte Bevölkerung wird mit
künstlichen Spaltungen (divers, LGBT / LGBTQIA+) gegeneinandergehetzt, mit der
von den sozialen Spannungen abgelenkt wird, das Vorhandensein sozialer Klassen
wird damit verschleiert bzw. geleugnet.
Eine starke Führungspersönlichkeit braucht es
in diesem technokratischen Herrschaftsregime nicht.
Formal kann weiter gewählt werden unter
verschiedenen Parteien (Fassadendemokratie), die aber NATO- und
Kapitalismushörig sein müssen, um „mitspielen“ zu dürfen (Kartellparteien).
Die Wirtschaft dominiert den Staat (temporäre
strukturelle Kopplung), von der Altkanzlerin Angela Merkel mal beschrieben als
„marktkonforme Demokratie“.
Social Engineering, Algorithmen, kognitive
Kriegsführung auch gegen die eigene Bevölkerung und Künstliche Intelligenz
ersetzen persönliche Kontrolle, Überwachung und Manipulation, Zensur wird größtenteils
nicht vom Staat, aber in seinem Auftrag von Medienkonzernen wie Google,
Microsoft und Facebook gehandhabt. Dieser Repressionsapparat bleibt für die unpolitische
Mehrheit der Bevölkerung unsichtbar und damit kaum angreifbar.
Hier nur einige Beispiele, wie die Technokraten
aller Couleur die Weltbevölkerung digital kontrollieren, überwachen und
manipulieren wollen:
Über die geplante weltweite Einschränkung
der Grundrechte durch WHO und IGV berichtet das Manova-Magazin: https://www.manova.news/artikel/die-polypandemie
Die Nachdenkseiten schreiben: „Die EU hat
kein Zensurministerium. Sie braucht auch keines mehr. Die Arbeit übernehmen
inzwischen Algorithmen, Compliance-Abteilungen und Gesetze, die sich so harmlos
anhören, dass man kaum glauben mag, wie tief sie in die Öffentlichkeit
eingreifen. Wer heute eine Website betreibt, die unbequem ist, spürt diese
Veränderung nicht sofort. Es gibt keine Hausdurchsuchung, kein Verbot, keinen
Gerichtsbeschluss. Stattdessen sinken die Aufrufzahlen“: https://www.nachdenkseiten.de/?p=140914.
Elektronisches Geld, digitale weltweite ID,
Abschaffung des Bargeldes, Chatkontrolle, Videoüberwachung, Smart Cities mit
totaler Überwachung aller Aktivitäten der Bewohner
sind nur wenige Stichpunkte, die belegen, daß es keiner faschistischen
Massenbewegung bedarf, um die Menschheit dem Würgegriff der Technokraten
auszuliefern. Die Gefahr einer Welt ohne Freiheit geht heute von den herrschenden
Technokraten in Politik und digitalen Großkonzernen aus. Die nationale Zugehörigkeit
spielt keine Rolle, es geschieht in Europa, USA, China, Russland und wo auch
immer. Sie arbeiten daran, mithilfe künstlicher Intelligenz eine individualisierte
Scheinrealität zu schaffen, wie sie für den Hauptdarsteller im Film „Die Truman
Show“ täglich erzeugt wurde.
Liste einschlägiger Posts in meinem Blog:
Bayreuther
Gespräche - die tapferen Verehrer historischer Widerstandskämpfer treffen sich
– 27.09.2025
Die tapferen
Verehrer historischer Widerstandskämpfer – 01.10.2024
Zusammen in die
totalitäre Postdemokratie – 22.03.2024
Alles Faschismus -
oder was? – 12.03.2024
Der Hass der
Wohlfühlfaschisten – 29.01.2024
Die
AFD ist nur das Symptom – 02.06.2016